Puerto Viejo Costa Rica Manuela Doerr-7-2

Regenwaldwand

Ich habe beim letzten Beitrag wohl vergessen zu erwähnen, dass Punktum in der Woche nach Ostern die Regenzeit begonnen hat.
Kaum zu glauben, aber es scheint wirklich so zu sein, dass von heute auf Morgen das Wetter umschlägt.
Das gute daran ist die Tatsache, dass so langsam aber sicher alles grüner wird. Sogar das stoppelige Grasfeld, welches ich bei meinem täglichen Weg zur Uni überquere, scheint sich langsam vom Stoppelstrohbart zu verabschieden.

Einen wahren Grünschock bekommt man aber, wenn man von San José aus durch den kleinen Tunnel, welchen man in drei Minuten auf dem Weg Richtung Limón durchfährt. Von jetzt auf gleich befindet man sich in einer anderen Welt.
Wie in einem Freizeitpark, bei dem man durch das Eingangstor tritt und lustig bemalte Menschen vor bemusterten Häusern ganz unförmige Süßwaren anpreisen.

Hier ist es die Natur, die mich beeindruckt.
Die mich fasziniert, von der ich den Blick nicht abwenden kann.

Puerto Viejo Costa Rica Manuela Doerr-7-2

Da hat kein Mensch mitgewirkt,
ganz im Gegenteil,
da hat kein Mensch mitgewirkt!!!

Wir sind schon auf dem Rückweg und so fühle ich mich wieder wie auf einer Zeitreise zurück aus der anderen Welt in die vermeintliche Realität.
An die unterschiedlichen Klimazonen Costa Ricas werde ich mich nie gewöhnen können. Meine Augen begreifen das Draußen nicht, es wirkt surreal, so hoch kann das nicht sein.
Vielleicht eine Fatamorgana? Der Nebel trägt seinen Teil dazu bei.

Diese grüne Wand baut sich so weit auf, dass ich ihr Ende durch das beschlagene Busfenster nur erahnen kann. Regen prasselt auf das Dach unseres Gefährtes, in dem 51 überwiegend junge Menschen vom Mallorca Amerika wieder in die betonierte Hauptstadt verfrachtet werden.

Fast alle schlafen,
ich kann meinen Blick nicht abwenden.
So hoch!
Eine Wand.
So grün!
Wie kann das sein?
Wie ist das möglich?
Ob dort oben Bonobos leben?
Haben die denn keine Höhenangst?

Wir fahren durch den Tunnel, es wird dunkel – aber nur ein wenig.
Orange Lichter am Wegrand flackern auf, der Bus brummt.
Licht am Ende des Tunnels.
Hallo Alltag!

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Ein großes Dankeschön an Elisbeth Gaeber für die liebe Unterstützung meine Buches.
Wieder ein Stück näher am Druck.