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Manchmal hat es Vorteile, den Bus zu verpassen

Was man nicht alles erlebt, wenn man mit den Bussen Costa Ricas fährt.

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Es ist Samstag Morgen, 6 Uhr.
Zeit für einen Wochenendausflug, geplant ist Jacó, jener Strand, von dem ich die letzten Tage bereits berichtet habe.
Zunächst fahre ich mit dem Stadtbus bis in die Stadt und erreiche dann, nach 20 Minuten Fußmarsch und ein paar Wegbeschreibungen, den Busbahnhof Coca Cola. Er zählt zu den gefährlichsten Orten in San José, hier sollte man sich in den Abendstunden besser nicht aufhalten und auch tagsüber ist äußerste Vorsicht geboten.
Leider fährt mir ein Bus direkt vor der Nase weg, pünktlich um 7 Uhr. Zum Glück verrät mir der Mann am Ticketschalter, dass es um 7:30 Uhr nur heute einen Zusatzbus geben wird, für den ich gerne schon ein Ticket erstehen kann. 2.365 Colones leichter und um einen Kassenbon reicher, begebe ich mich in einen Kiosk, um dort in einem relativ geschützten Ort zu warten und das bunte Treiben draußen beobachten zu können. Der nette Ladenbesitzer beginnt mich in ein Gespräch zu verwickeln und erklärt mir mit großer Leidenschaft, welche Unterschiede es in der Aussprache gibt, wann die Betonung auf welchem Laut liegt und was einen Accent ausmacht. Auch als der Bus einfährt, kann ich den Mann noch nicht abwürgen, er beginnt in der Zeitung alle Accents zu umkreisen und holt immer weiter aus, um mir alles zu erklären.

Letztendlich bedanke ich mich bei ihm und kann schnell aus dem Geschäft flitzen, bevor er noch eine Geschichte erzählt. Alles noch da? Ja, keiner war an meinem Rucksack, gut. Schade, dass man immer direkt so skeptisch ist, der Mann war wirklich sehr nett und wenn ich nächstes Mal hier warten muss, dann werde ich mit ihm über ö- und ü-Punkte fachsimpeln.

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Ich steige als letzte in den Bus und bekomme sogar noch einen Sitzplatz am Fenster, hervorragend. Aber Halt, Stop! Irgendwann finde ich heraus, dass es hier wohl Sitznummern gibt und ich natürlich falsch sitze. Schnell klettere ich weiter hinten in den Bus, ich sitze in der letzten Reihe zwischen einer Frau und einem Mann. Sie besucht dieses Wochenende eine Freundin in der Nähe von Jacó, arbeitet ansonsten als Sekretärin bei Kraft Food und geht dieses Jahr im Alter von 60 in Rente. Männer müssen bis 62 arbeiten und haben sich dann ihren Ruhestand verdient. Luis aus Bolivien, der rechts neben mir sitzt, erklärt mir, dass er alle zwei Monate in seine Heimatstadt fliegt, um dort Geschäfte abzuwickeln. Er arbeitet bei einem Internetportal, bei dem man Häuser verkaufen kann. So etwas sollten die hier mal für Wohnungen in San José einführen!

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PENG!! Hilfe, was war das? Der Bus wird sofort langsamer und alle Leute schauen sich irritiert an, einige verdrehen wohlwissend die Augen.
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Als wir endlich in Jacó ankommen, bedanken sich einige Mitfahrende bei ihm und ein wenig Extratrinkgeld springt auch für ihn raus. Das hat er bei seinem Einsatz auf jeden Fall auch verdient!  

Muchas Gracias Juan para este evento extraordinario!