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Hostelkultur – Am Strand von Jacó

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Hostels sind wie eine andere Welt. Dort trifft man nicht nur Menschen von den verschiedensten Ländern und Kontinenten, sondern auch einige ungesprochene Gesetze und verschiedene Gruppen.

Es gibt verschiedene Hosteltypen, wie Party-, Durchreise- oder Actionhostels. Das Hostel Urbano in San José ist eher ein Durchreisehostel. Keiner der Backpacker will wirklich lange hier in der Stadt bleiben. Die meisten fliegen am nächsten Tag ab oder kommen gerade erst an, andere wollen in Ruhe ihre Route planen und sich ein paar Tage vom Reisen entspannen. Einer meinte einmal sogar zu mir „I‘m done with Costa Rica“ und war froh, am nächsten Tag endlich nach Panama weiter reisen zu können.

Das Hostel Beds on Bohio, bei welchem ich dieses Wochenende verbringen durfte, war schon eher ein Partyhostel. Es liegt etwa 2 ½ Stunden Busfahrt von San José entfernt an der Pazifikküste am beliebten, kleinen Urlaubsort Jacó. Direkt in der Touristenmeile und nur 50 m vom traumhaften Sandstrand entfernt, lockt es natürlich ein anderes Publikum an. Aus Kokosnüssen am Strand trinken, nebenan einen kostenlosen Cocktail abstauben und dann ab zur Strandparty. Dementsprechend konnte man auch abends im Hostel lange feiern, eine ganz andere Stimmung als in San José.

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Julius aus Kalifornien, sehr nett und genauso begeistert von den Hängematten wie ich. Nachts draußen zu schlafen habe ich mich wegen der Mücken aber nicht getraut, letztes Wochenende habe ich aus Puntarenas schon über 20 Stiche mitgebracht, das reicht mir erstmal.

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Schon nicht schlecht der Ventilator, ohne wäre die Nacht wohl etwas schweißtreibend geworden.

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Zwei Kühlschränke und trotzdem fast nicht genug Platz.

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Costa Rica ist das Land der Hühner und Hühnereier. Die werden von den Ticos palettenweise gekauft und zur jeder Mahlzeit verspeist. Die Schweizerinnen haben sie auf europäische Art und Weise verwendet, nämlich in Kombination mit Nudeln. Nudeln habe ich glaube ich die ganzen letzten vier Wochen nicht gesehen. Wenn ich so recht darüber nachdenke, vermisse ich sie schon ein wenig.
Also, in Deutschland gibt’s erstmal Spaghetti und Lasagne!

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Hitzschlag gefällig?
Um den kommt man wohl nicht herum, denn als ich mit meiner Wassermelone in der brütenden Mittagssonne endlich am Hostel ankam, war ich ganz schön fertig und bereit für eine Siesta. Fulin, die ein paar Stunden später eintraf, erging es nicht anders. Wir ließen es langsam angehen, verspeisten die gekühlte Wassermelone, welche ich beim notgedrungenen Zwischenstop (auch Reisebusse können liegen bleiben, spannende und schweißtreibende Aktion. Mehr dazu später…) für 700 Colones erstanden hatte und legten uns in die Hängematten. Erstmal an die Temperaturen gewöhnen, Jacó liegt 1100 Meter tiefer als San José und ist folglich gute 10-15 Grad wärmer.

Alle Leute die hier ein- und ausgehen, und das sind aufgrund von der Größe des Hostels nicht gerade wenige, haben Modelmaße, tragen hippe Kleidung und sind braun- oder rotgebrannt. Die meisten nehmen das volle Partyprogramm mit: tagsüber am Strand brutzeln, vielleicht einen Surfkurs buchen und dann ab zur nächsten Feier.
„Jemand Lust auf ein Trinkspiel?“
„Ja klar, coole Idee!“
Soso, dann mal viel Spass dabei. Ich schau mir den Sonnenuntergang am Strand an.

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Yeah, noch mehr frische Luft und Wind!

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Ich schaffe es ja immer wieder, beim Fotografieren fast in Spinnennetze hinein zu laufen. Dieses hier hat mich fast geschnappt.

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Es gibt hier gelb-grüne Vögel, weil sie bei Sonnenlicht perfekt zwischen den Blättern getarnt sind. Ganz schön praktisch, die Evolution! In der Regenzeit soll es übrigens „endlich wieder“ richtig grün werden, hat mir der Mitarbeiter Jorge erzählt. Also ich finde es schon ziemlich grün hier! Blitze und Donner soll es auch geben. Und ich dachte immer, Regenzeit hieße nur extrem starke Schauern. Ich bin gespannt, was da noch auf mich zu kommt.

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I like this place! Da lässt es sich doch aushalten.

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Nach dem Strand immer erstmal Duschen – eine Spezialregel dieses Hostels. Trotzdem war nach wenigen Stunden alles voll mit schwarzbraunem Sand.

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Im groben und ganzen kann man aber dennoch sagen, dass in einem Hostel eigene Regeln herrschen. Eigene Regeln, fernab von der Kultur des Landes. Die meisten Mitarbeiter sind selbst Reisende, die ein paar Monate einen Stop an einem Ort einlegen wollen und kennen die Region und deren Gepflogenheiten deshalb nur bedingt. Hostellandessprache ist Englisch, auch wenn die Landessprache des Aufenthaltsortes Spanisch ist.

Merke: Immer die Sprache sprechen, die die meisten verstehen, damit sich alle wohl fühlen. In der Regel möchte man dem anderen ja nicht vor den Kopf stoßen, ist sich seiner Handlung nur nicht bewusst. Wenn andere unter sich Russisch, Türkisch, Lingala, Französisch oder Spanisch sprechen, fühlt man sich schließlich auch ausgeschlossen. Und ganz nebenbei trainiert man seine Sprachkenntnisse.

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